Im Juni 2016 wurde der IDW S 13 in seiner endgültigen Fassung gebilligt. Er ersetzt die bisherige IDW-Stellungnahme zur Unternehmensbewertung im Familien- und Erbrecht (IDW St/HFA 2/1995).
Der neue IDW-Standard legt fest, wie mit Besonderheiten bei der Unternehmensbewertung zur Bestimmung von Ausgleichs- und Auseinandersetzungsansprüchen im Zuge von familien- und erbrechtlichen Anlässen umgegangen werden soll. Neben dem allgemeinen Unternehmensbewertungsstandard IDW S 1 stellt er zusätzliche Anforderungen und berücksichtigt die in der BGH-Rechtsprechung entwickelten Grundsätze.

Zweistufige Ermittlung des objektivierten Unternehmenswertes

Die Unternehmensbewertung nach dem IDW S 13 erfolgt zweistufig. Die erste Stufe sieht die Ermittlung eines objektivierten Unternehmenswerts vor. Bei der zweiten Stufe wird von diesem objektivierten Unternehmenswert auf den Ausgleichs- bzw. Auseinandersetzungsanspruch übergeleitet. Auf beiden Stufen bestehen verschiedene Besonderheiten, die beachtet werden müssen.

Stufe 1: Ermittlung des objektivierten Unternehmenswertes

Bei der Ermittlung des objektivierten Unternehmenswerts ist grundsätzlich der IDW S 1 anzuwenden, sodass die dem Unternehmen innewohnende und insbesondere übertragbare Ertragskraft als Wertbasis im Rahmen einer integrierten Unternehmensplanung anzusetzen ist. Bei stark personenbezogenen Unternehmen, deren Ertragskraft in „besonderem Maße“ von nicht reproduzierbaren Fähigkeiten und Kenntnissen des bisherigen Eigentümers abhängig ist, kann die historische Ertragskraft nur teilweise oder zeitlich begrenzt in der Planung fortgeschrieben werden. Somit ist die bewertungsrelevante künftige Ertragskraft im ersten Fall um diese Bestandteile zu kürzen oder im zweiten Fall über einen endlichen Zeitraum abzuschmelzen.

Neben der Bereinigung von nicht übertragbaren Erfolgsbeiträgen sieht IDW S 13 gegebenenfalls eine Anpassung des Unternehmerlohns vor. Dieser wird regelmäßig „nach der marktüblichen Vergütung bestimmt, die eine nicht beteiligte Unternehmensleitung erhalten würde“, und ersetzt den tatsächlichen Unternehmerlohn für Planungszwecke.

Stufe 2: Besonderheiten bei der Überleitung zum Ausgleichsanspruch

Im Zuge der Überleitung vom objektivierten Unternehmenswert zum Ausgleichs- bzw. Auseinandersetzungsanspruch ist vor allem auf den Einbezug von latenten Ertragsteuern sowie Verfügungsbeschränkungen zu achten. Da bei der Unternehmensbewertung von einem fiktiven Unternehmensverkauf ausgegangen wird, führt dies zur Aufdeckung stiller Reserven und in der Konsequenz zu einem Abzug der persönlichen Ertragsteuerbelastung des fiktiven Verkäufers.