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Immobilien

Steuerliche Förderung
des Mietwohnungsneubaus ist beschlossen

August 2019

Nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat am 28. Juni 2019 seine Zustimmung für Sonderabschreibungen für den Neubau von Mietwohnungen erteilt. Diese Regelung ist in § 7b EStG – neu – enthalten und gilt für folgende Neubauten:

  • Die Baumaßnahmen müssen aufgrund eines nach dem 31. August 2018 und vor dem 1. Januar 2022 gestellten Bauantrages bisher nicht vorhandene Wohnräume schaffen.
  • Die Wohnräume müssen in einem Gebäude entstehen, das für die Vermietung von Wohnungen geeignet ist.
  • Die Anschaffungs-/Herstellungskosten dürfen EUR 3.000 je Quadratmeter nicht übersteigen. Bei höheren Kosten entfällt die Sonder-AfA insgesamt.
  • Bemessungsgrundlage für die AfA ist aber nur ein Betrag von höchstens EUR 2.000 je Quadratmeter. Zu den Kosten gehören nicht Aufwendungen für das Grundstück und für die Außenanlagen.
  • Ferienwohnungen oder Gemeinschaftsunterkünfte (ohne eigene Küche, Bad, Toilette) und Wohnungen unter 23 Quadratmeter sind nicht begünstigt.
  • Die neu geschaffenen Räume müssen im Jahr der Anschaffung/Herstellung und den folgenden neun Jahren zu Wohnzwecken vermietet werden (Neun-Jahres-Zeitraum).

Die Sonder-AfA beträgt neben der normalen Abschreibung für das Jahr der Anschaffung/Herstellung und die folgenden drei Jahre jährlich 5 % der Bemessungsgrundlage (insgesamt damit 20 %).

Die Sonder-AfA wird nachträglich rückgängig gemacht wenn:

  • der Wohnraum vor Ablauf des „Neun-Jahres-Zeitraumes“ nicht mehr für Wohnzwecke vermietet wird,
  • die Baukostenobergrenze innerhalb von drei Jahren nach dem Jahr der Anschaffung/Herstellung durch nachträgliche Herstellungskosten überschritten wird,
  • die begünstigten Wohnungen im „Neun-Jahres-Zeitraum“ veräußert werden, ohne dass dafür Einkommen-/ Körperschaftssteuer anfällt.

Eine besondere Voraussetzung für die Begünstigung besteht darin, dass in einem Zeitraum von drei Jahren die EU-rechtliche Deminimis-Beihilfe-Grenze von EUR 200.000 Zuschusswert je Unternehmen nicht überschritten wird. Diese Grenze beruht auf der EU-Verordnung Nr. 1407/2013 vom 18. Dezember 2013 und entstammt dem EU-Beihilferecht. Der Grenzwert muss anhand der Steuerminderungen in drei Steuerjahren errechnet werden. Im ersten Jahr der Sonder-AfA muss der „Fördergeber“, hier wohl das Finanzamt, dem Beihilfeempfänger mitteilen, wie hoch der Wert der Beihilfe ist. Diese Bescheinigung muss zehn Jahre aufbewahrt werden.

Der Höchstbetrag der AfA je Unternehmen bzw. Privatperson für drei Jahre errechnet sich unter Berücksichtigung der jeweiligen Steuerersparnis ungefähr wie folgt:

Wie die Berechnung im Einzelnen aussehen soll, ob es auf jeden Einzelfall ankommt oder ob vereinfachte Annahmen gelten sollen und wer sie vornehmen muss, ist noch nicht geregelt.

Jürgen Dräger

Jürgen Dräger
Hamburg

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

TEL 040 85 301 - 0
j.draeger@mhl.de

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