Diese Zeilen werden noch im April geschrieben und sind mit dem Erscheinen unserer Mai-Ausgabe sicherlich von den vielfältigen Corona-Nachrichten überall auf der Welt schon – positiv oder negativ – in einem oder mehreren Punkten überholt.

Das wirtschaftliche Leben hat sich in sehr kurzer Zeit aus vielen Bereichen zurückgezogen. Hochkonjunktur hat nur das Gesundheitswesen – in der Belastung, nicht bei den Erträgen!

Bis der sogenannte „Shutdown“ aber tatsächlich beendet sein wird, sind wir auf unseren vier Arbeitsgebieten selbstverständlich mit Rat und Tat für Sie da. Viele von Ihnen werden das auch schon selbst festgestellt haben.

Die Bundesregierung und auch der Gesetzgeber haben ja in lobenswerter Schnelligkeit ihren Teil dazu beigetragen, die negativen Folgen der Coronapandemie auf dem Gebiet des Steuerrechts sowie des Arbeitsrechts und weiterer Rechtsbereiche möglichst abzumildern. Die bereits auf dem Verwaltungswege verkündeten erleichterten Voraussetzungen für Stundungen und die Herabsetzung von Steuervorauszahlungen können aber nur ein Anfang für Reaktionen auf den wirtschaftlichen Rückgang fast aller Geschäftstätigkeiten bilden. Die Gewährung von Liquiditätshilfen ist nicht nur vom Gesetzgeber beschlossen worden, sondern auch – zumindest in einigen Bundesländern – in selten erlebter Geschwindigkeit und unbürokratisch abgewickelt worden.

Sobald das normale Wirtschaftsleben wieder aufgenommen werden kann, müssen jeder einzelne Betrieb, jeder Selbständige und insbesondere unser Staat an die Beseitigung bzw. die Verringerung der Folgen der Pandemie für die Rentabilität der wirtschaftlichen Einheiten und die Schaffung von Voraussetzungen für Investitionen denken.

Auf das uns natürlich besonders naheliegende Steuerrecht bezogen bedeutet dies, dass

  • Beschränkungen für den Verlustrücktrag – sowohl für den Rücktragszeitraum als auch für die Höhe des Rücktrags aufgehoben bzw. die Grenzen erweitert werden (der erleichterte vorgezogene Rücktrag von 2020 auf 2019 ist keine dauernde Maßnahme);
  • die Begrenzung des Verlustvortrags mit der Folge einer Mindestbesteuerung auch in Abzugsjahren aufgehoben wird;
  • die Beschränkung des Verlustabzugs bei Kapitalgesellschaften bei einem Beitritt neuer Gesellschafter zur Finanzierung des weiteren Unternehmensfortgangs ebenfalls weitgehend beendet werden.
Bei der Investitionsförderung sollte nicht nur an Steuervergünstigungen oder Zuschüsse für materielle Wirtschaftsgüter gedacht werden, sondern insbesondere der Ausbau der Digitalisierung in allen Wirtschaftsgebieten und bei den freien Berufen durch steuerfreie Zulagen gefördert werden.

Diese Maßnahmen würden den von Verlusten betroffenen Unternehmen und Gesellschaften zur dringend benötigten Liquidität verhelfen.

Gegen die Liquiditätshilfen und ihre Finanzierung stellt sich da ausgerechnet die EU-Kommission mit Wettbewerbsbedenken.

Der Sachverständigenrat hat in seinem Sondergutachten am 30. März auch Steuersenkungen als „Initialzündung“ für den Aufschwung der Wirtschaft empfohlen. Dieser Empfehlung können wir uns nur anschließen.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Empfehlung bei der Regierung und dem Parlament zu entsprechendem Handeln führt. Es ist doch auch erstaunlich, gibt aber zur Hoffnung Anlass, dass bereits in diesem noch akuten Krisenzeitraum an die Zeit danach gedacht wird!

Wir hoffen, dass Sie persönlich und auch wirtschaftlich gut durch diese Zeit kommen.