Der Bundesrat hat im Mai 2017 dem sogenannten Zweiten Bürokratieentlastungsgesetz zugestimmt, welches einige Änderungen, die im unternehmerischen Alltag zu Erleichterungen führen, zur Folge hat. So wurde zum Beispiel die Grenze für Kleinbetrags-rechnungen von EUR 150,00 auf EUR 250,00 rückwirkend zum 1. Januar 2017 angehoben. In Kleinbetragsrechnungen sind die Angaben über den Namen und die Anschrift des Leistungsempfängers, Berücksichtigung des Zeitpunkts der Lieferung oder der sonstigen Leistung sowie der Steuernummer und fortlaufenden Rechnungsnummer des Lieferanten/ Leistungserbringers entbehrlich. Des Weiteren können der Netto-Rechnungsbetrag und die darauf entfallende Umsatzsteuer in einer Summe angegeben werden. Die Anhebung der Betragsgrenze hat große praktische Bedeutung für die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs eines Unternehmers aus einer Rechnung. Der Vorsteuerabzug aus Rechnungen z. B. über Bewirtungen oder Hotelübernachtungen wird dadurch erleichtert.

Nicht geklärt ist allerdings die Frage, ob eine Kleinbetragsrechnung, in der ein falscher Leistungsempfänger (z. B. Arbeitnehmer) genannt wird, den Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt. Weiterhin nicht angewendet werden dürfen die Regelungen für eine Kleinbetragsrechnung beim innergemeinschaftlichen Versandhandel, bei innergemeinschaftlichen Lieferungen und bei der Umkehrung der Steuerschuld in den Fällen des § 13b UStG.

Des Weiteren werden die steuerlichen Aufbewahrungsfristen von Lieferscheinen gemäß § 147 AO verkürzt: Bei empfangenen Lieferscheinen, die keine Buchungsbelege sind, endet die Aufbewahrungsfrist mit dem Erhalt der Rechnung. Für abgesandte Lieferscheine, die keine Buchungsbelege sind, endet die Aufbewahrungsfrist mit dem Versand der Rechnung. Die Aufbewahrungsfrist beträgt sechs Jahre bzw. zehn Jahre wenn die Lieferscheine als Buchungsbeleg verwendet werden. Erfolgt bei den Rechnungsangaben ein Verweis auf Lieferscheine, sind diese aber Bestandteil der Rechnung und somit auch künftig zehn Jahre aufzubewahren.

Für Wirtschaftsgüter, für die die Sofortabschreibung in Anspruch genommen wird, sind steuerliche Aufzeichnungspflichten im Anlageverzeichnis zu beachten, sofern deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten eine bestimmte Grenze überschreiten. Diese Grenze wird für Investitionen ab 2018 von EUR 150,00 auf EUR 250,00 angehoben. Damit tritt für Unternehmen eine Entlastung ein, weil bei Anschaffung solcher geringwertiger Wirtschaftsgüter in Höhe der Anschaffungs- oder Herstellungskosten sofort eine Betriebsausgabe geltend gemacht werden kann. Im „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“, dem der Bundesrat im Juni dieses Jahres zugestimmt hat, ist zudem die Anhebung der Grenze für das Vorliegen von geringwertigen Wirtschaftsgütern von bislang EUR 410,00 auf EUR 800,00 beschlossen worden. Auch diese Anpassung gilt für Anschaffungen bzw. Herstellungen nach dem 31. Dezember 2017.