Die internationale Handelskammer (ICC – International Chamber of Commerce) hat die überarbeiteten International Commercial Terms (Incoterms) vorgestellt, die zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Die Incoterms stellen globale Standards zu den Lieferbedingungen in internationalen Geschäften dar und regeln Rechte und Pflichten der Verkäufer und Käufer in Bezug auf die Lieferung einer Ware (u. a. Übergabeort der Ware/Gefahrenübergang, Aufteilung der Kosten für Fracht und Zoll sowie Transport- und Versicherungsfragen). Diese Klauseln sind nicht verpflichtend, werden jedoch regelmäßig in internationalen Kaufverträgen über Waren aufgenommen. Ein Teil der Klauseln hat Geltung für alle Transportarten, ein anderer  Teil betrifft den See- und Binnenschiffstransport (Klauseln: FAS, FOB, CFR und CIF).

Der Umfang der Änderungen ist überschaubarer als zwischenzeitlich diskutiert. So ist beispielsweise die angedachte Abschaffung der Klausel EXW (Ex Works – ab Werk) nicht erfolgt. Die bisherige Klausel DAT (Delivered at Terminal) wird geändert zu DPU (Delivered at Place Unloaded – Geliefert benannter Ort entladen). Somit kann zukünftig jeder beliebig vereinbarte Ort der Bestimmungsort sein. Der Verkäufer trägt die Gefahren, die im Zusammenhang mit der Beförderung und Entladung entstehen und ist seiner Verpflichtung regelmäßig nachgekommen, wenn er die Ware an dem benannten Ort vom Beförderungsmittel entladen zur Verfügung stellt.

Zusätzlich berücksichtigen einige der überarbeiteten Lieferklauseln, dass die Vertragsparteien die Beförderung der Ware mit eigenen Verkehrsmitteln organisieren. Auch der Umstand der gestiegenen Sicherheitsanforderungen findet Berücksichtigung, indem diese zukünftig Regeln zur Verteilung der Sicherheitspflichten und der damit verbundenen Kosten enthalten.

Die Klausel DDP (Delivered Duty Paid – Geliefert verzollt am benannten Bestimmungsort) bleibt bestehen. Diese Klausel führt zu einer Maximalverpflichtung auf Seiten des Verkäufers, da dieser die Ware sowohl zur Ausfuhr wie auch zur Einfuhr freizumachen hat und der Verkäufer auch die Kosten zu tragen hat. Darüber hinaus führt die Verwendung der Klausel DDP regelmäßig zu einer Registrierungspflicht zu Umsatzsteuerzwecken im Bestimmungsland oder macht die Einschaltung eines Fiskalvertreters erforderlich.

Die bisher bestehenden Lieferklauseln, beispielsweise die Incoterms 2010, können auch über den 1. Januar 2020 hinaus weiterhin verwendet werden. Ist eine Verwendung der alten Klausel beabsichtigt, empfiehlt es sich jedoch, eine Referenz auf die Fassung in den Kaufvertrag aufzunehmen (z. B. Incoterms 2010).