Das Europäische Parlament und der Rat haben 2012 die sogenannte European Market Infrastucture Regulation (EMIR) beschlossen, eine Verordnung, die den außerbörslichen Handel mit Derivateprodukten regelt. Im Zuge dieser Verordnung wurde ein weltweit gültiges System zur Identifikation von Parteien in Finanzgeschäften eingeführt, das sogenannte Global Legal Entity Identifier System (GLEIS). Zur Identifikation ist die Beantragung einer weltweit gültigen Identifikationsnummer – der sogenannten Legal Entity Identifier (LEI) – erforderlich.

Bisher benötigten nur am Derivatehandel Beteiligte diese Identifikationsnummer, um ihre Geschäfte an das Transaktionsregister zu melden. Durch die überarbeitete Richtlinie über Märkte in Finanzinstrumenten (Markets in Financial Instruments-Directive, Mi-FID) sowie die begleitende Verordnung (Markets in Financial Instruments Regulation, MiFIR) werden nun auch LEI für Legal Entities mit börsengehandelten Wertpapieren eingeführt.

Spätestens ab dem 3. Januar 2018 müssen daher institutionelle Investoren, also auch gemeinnützige Stiftungen, Familiy Offices aber auch gewerbliche Unternehmen, die direkt beispielsweise in Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder ETF investieren, über einen LEI verfügen. Von diesem Zeitpunkt an sind nämlich die Banken, die einen Handel ausführen, angewiesen, die LEI der involvierten Depotinhaber an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu melden.

Stiftungen, die entsprechende Geschäfte tätigen, sind daher ebenfalls zur Rechtsträgerkennung verpflichtet. Liegt die Rechtsträgerkennung bis dahin nicht vor, kann das gewünschte Geschäft nicht getätigt werden.

Als internationale Vergabestelle für den LEI ist u. a. der Bundesanzeiger Verlag offiziell anerkannt. Beantragungen sind an die LEI-Vergabestelle des Verlages, das Legal Entity Identifier-Register (LEI-Reg) (www.leireg.de), zu richten.