Mit Beschluss vom 25. September 2018 hat der Große Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) in der Rechtssache GrS 2/16  entschieden, dass einer grundstücksverwaltenden, nur kraft ihrer Rechtsform der Gewerbesteuer unterliegenden Gesellschaft die sog. erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG nicht deshalb zu verwehren ist, weil sie an einer rein grundstücksverwaltenden, nicht gewerblich geprägten Personengesellschaft beteiligt ist. Damit hat der Große Senat den über diese Rechtsfrage zwischen dem I. und IV. Senat des BFH bestehenden Meinungsstreit beendet. Dabei folgte der Große Senat der Auffassung des IV. Senats, der mit Vorlagebeschluss vom 21. Juli 2016 (IV R 26/14) eine Entscheidung des Großen Senats des BFH begehrte. Die Beurteilung der Verwaltung und Nutzung „eigenen Grundbesitzes“ i.S.d. § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG erfolgt danach nicht nach zivilrechtlichen, sondern nach ertragsteuerrechtlichen Grundsätzen. Aus Sicht der Praxis ist diese Entscheidung ausdrücklich zu begrüßen, weil die erweiterte Kürzung nunmehr auch bei Beteiligung an einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft in Anspruch genommen werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass die Finanzverwaltung diese Entscheidung zeitnah im Bundessteuerblatt veröffentlicht und die Gewerbesteuerrichtlinien (H 9.2 Abs. 2 GewStR) entsprechend anpasst.