Die Digitalisierung begegnet inzwischen jedem von uns in verschiedenen Lebensbereichen. In einigen Bereichen ist sie schon zur Normalität geworden, wie beispielsweise im Bankwesen. Dort ist es längst üblich, Bankgeschäfte nicht mehr auf dem analogen Papierweg abzuwickeln, sondern größtenteils vollständig digital. Digitale Daten sind heute die Grundlage für viele Geschäftsabläufe und spielen daher eine wesentliche Rolle.

Der digitale Wandel führt zu neuen Geschäftsmodellen und verändert Geschäfts- oder Prozessrisiken. Somit entstehen neue Chancen, aber auch Risiken. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Digitalisierung auch in der Wirtschaftsprüfung eine immer größere Bedeutung erlangt.

Innerhalb einzelner Unternehmen ist heute schon ein beträchtlicher Teil der Prozesse automatisiert und im Unternehmen werden täglich große Datenmengen produziert – Tendenz klar steigend. Diese Entwicklung betrifft auch die Finanzbuchhaltung im Unternehmen. Schon jetzt liegen Belege teilweise ausschließlich digital vor, auch hier ist eine steigende Tendenz zu erwarten. Die Weiterbearbeitung der Belege wird in Zukunft vornehmlich digital erfolgen. Dokumentationen und Kontrollhandlungen der zuständigen Mitarbeiter werden in digitaler Form vorgenommen und anschließend in Datenbanken zu den dort abgelegten Belegen gespeichert. Ebenfalls wird die Zahl der automatisierten Buchungen zunehmen.

Diese Veränderung verlangt Anpassungen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung. Neben angepassten Prüfungstechniken erfolgt eine Umstellung der eigentlichen Prüfung auf die digitale Technik. Im Rahmen unserer Jahresabschlussprüfungen setzen wir heute bereits eine moderne Software ein, die uns bei der digitalen Prüfung unterstützt. Einzelbelege werden nicht mehr in Papierform, sondern in digitaler Form abgelegt. Dabei sind wir in der Lage digitale Daten direkt aus den Mandantensystemen zu übernehmen.

Auch die Datenübermittlung erfolgt bereits digital. Wir stellen ein Mandantenportal zur Verfügung, in das die prüfungsrelevanten Daten hochgeladen werden können. Somit ist gewährleistet, dass alle Daten und Informationen zentral an einem Ort zur Verfügung gestellt werden und ein sicherer Austausch stattfindet. Umgekehrt können über das Mandantenportal auch Daten und Anforderungen an unsere Mandanten bereitgestellt werden. Der Wechsel von der traditionellen zur digitalisierten Prüfung hängt hierbei selbstverständlich auch vom Grad der Digitalisierung beim Mandanten ab. Je mehr Daten digital zur Verfügung stehen, desto mehr Daten können im Rahmen der Prüfung auch so verwertet werden. Bei weit-gehend automatisierten Prozessen können Einzelfallprüfungen reduziert und stattdessen die Prüfungshandlungen auf das interne Kontrollsystem (IKS) fokussiert werden. Die Digitalisierung führt gegebenenfalls zu komplexeren Prozessen innerhalb der Unternehmen, da auch eine steigende Anzahl von Daten mit Kunden und Lieferanten getauscht wird. Teilweise laufen Bestellprozesse vollständig digitalisiert ab. Angefangen von automatisierten Bestellungen bis hin zu automatisierten Buchungen innerhalb der Finanzbuchhaltung. Hierdurch können menschliche Fehlerquellen wie beispielsweise Übertragungs-oder Erfassungsfehler reduziert werden. Zeitgleich steigt jedoch das Risiko von Systemfehlern, die möglicherweise unbemerkt bleiben.

Im Rahmen unserer Prüfung sind wir in der Lage, durch den Einsatz spezieller Datenanalyse-Software solche Massendaten bzw. -transaktionen auszuwerten und zu prüfen. Dies führt zu einer höheren Kontrollsicherheit und reduziert das Fehlerrisiko innerhalb der Unternehmen. Solche Prüfungshandlungen wären ohne den Einsatz digitaler Technik nicht in akzeptabler Zeit möglich.

Auch die Prüfung neuer gesetzlicher Anforderungen wie beispielsweise die von der Finanzverwaltung veröffentlichten Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) stellt Unternehmen und Prüfer vor neue Herausforderungen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich die zunehmende Digitalisierung auch auf die Jahresabschlussprüfung auswirkt. Die Offenheit gegenüber Veränderungen ist dabei sowohl auf Mandanten- als auch auf Prüferseite unabdingbar.