Die Automobilbranche wird seit 2015 durch den sog. „Abgasskandal“ (Dieselskandal oder Dieselgate) beherrscht, der in 2015 ausgelöst wurde, nachdem bekannt wurde, dass die Volkswagen AG eine illegale Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung ihrer Diesel-Fahrzeuge benutzt hatte, mit welcher zwar im speziellen „Prüfstandsmodus“ die gesetzlichen Abgasnormen erfüllt werden, nicht aber im „Normalbetrieb“, weil sich die Software im Normalbetrieb abschaltete. Zwischenzeitlich hat sich gezeigt, dass auch zahlreiche andere Automobilhersteller sog. Abschalteinrichtungen eingesetzt haben, so dass nicht nur die Eigentümer von „VW-Autos“ von dem Skandal betroffen sind.

Für die Eigentümer aller mit einer Abschalteinrichtung versehenen Dieselfahrzeuge stellt sich naturgemäß die Frage, welche Rechte und Pflichten sie in diesem Abgasskandal haben. So haben erste Landgerichte bereits bestätigt, dass den Käufern betroffener VW-PKWs ein Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag zusteht (vgl. z. B. LG Krefeld vom 5. Mai 2019, 5 O 141/18, LG Dortmund vom 26.03.2019, 12 O 182/18). Aus steuerlicher Sicht stellt sich die Frage, ob die aufgrund des Abgasskandals eingetretene Wertminderung bei den Fahrzeugen durch eine Teilwertabschreibung oder außergewöhnliche Abschreibung im Rahmen der betroffenen Einkunftsart geltend gemacht werden kann. Zu dieser Frage haben StB Dr. Katrin Dorn und WP/StB Jürgen Dräger ausführlich Stellung bezogen.