Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) enthält für deutsche börsennotierte Gesellschaften gesetzliche Vorschriften guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Viele dieser international und national anerkannten Standards lassen sich auf alle Gesellschaftsformen übertragen.

Somit ist gute Corporate Governance auch für Familienunternehmen von großer Bedeutung. Auch wenn diese (noch) nicht börsennotiert sind, können sie mittels eines geeigneten Ordnungsrahmens der Unternehmensleitung ihre Konkurrenzfähigkeit als Arbeitgeber und Geschäftspartner steigern, ihren Zusammenhalt stärken und für den Kapitalmarkt attraktiver werden. Dabei können sich die rechtlich verbindlichen Regeln im Unternehmen am DCGK orientieren, wie auch der eigens für Familienunternehmen entwickelte Governance Kodex.

Am 24. April 2017 sind erneut Änderungen des DCGK in Kraft getreten. Die Kommission folgt mit den aktuellen Anpassungen dem Vorbild ausländischer Regelwerke, die dies-bezügliche Standards bereits als Best Practice guter Unternehmensführung betrachten. Die Änderungen befassen sich schwerpunktmäßig mit dem Aufsichtsrat. Daher stehen die Anregung zu Investorengesprächen des Aufsichtsratsvorsitzenden über aufsichtsratsspezifische Themen und Empfehlungen zur Zusammensetzung und Unabhängigkeit des Aufsichtsrats im Fokus. Weitere Empfehlungen befassen sich mit der Einrichtung und Offenlegung eines Compliance Management Systems, der Vorstandsvergütung, dem Prüfungsausschuss sowie der Rechnungslegung.

In der Praxis werden Unternehmen durch die Änderungen hinsichtlich der Zusammensetzung des Aufsichtsrats und der Unabhängigkeit seiner Mitglieder deutlich mehr Informationen veröffentlichen müssen. Der Aufsichtsratsvorsitzende wird den rechtlichen Rahmen für Investorengespräche kennen müssen, um eigene Haftungsrisiken zu vermeiden. Aufsichtsrat und Vorstand werden angehalten, sich mit einem geschützten „Whistleblower-System“ zu befassen.