In unseren Newslettern November 2018 und Januar 2019 hatten wir bereits über die Haftung für Betreiber von elektronischen Marktplätzen nach der nationalen Vorschrift des § 25e UStG sowie deren besonderen (Aufzeichnungs-) Pflichten nach § 22f UStG berichtet.

Unternehmen, die auf elektronischen Marktplätzen handeln, wird auf Antrag vom zuständigen Finanzamt eine zeitlich befristete Bescheinigung über ihre steuerliche Erfassung ausgestellt. Diese Bescheinigung, die als Zwischenlösung längstens bis Ende 2021 gültig sein wird, sollte, sofern noch nicht geschehen, kurzfristig beantragt werden.

Eine Übergangsvorschrift läuft zum 30. September 2019 aus, weshalb die Bescheinigung für Händler aus dem Inland oder aus dem übrigen Gemeinschaftsgebiet (Europäische Union) bei den Marktplatzbetreibern spätestens bis zum 1. Oktober 2019 vorgelegt werden muss. Es ist zu erwarten, dass Marktplatzbetreiber die Händler, die keine entsprechende Bescheinigung vorlegen können, von der Nutzung der Plattform ausschließen werden.

Insbesondere in den folgenden beiden Fällen kann auf eine entsprechende Bescheinigung verzichtet werden (BMF-Schreiben vom 28. Januar 2019):

  • nicht in Deutschland steuerbare Versandhandelslieferungen eines Onlinehändlers aus dem Gemeinschaftsgebiet im Sinne des § 3c UStG,
  • Lieferung aus dem Drittland an inländische Abnehmer, bei der sich der Ort der Lieferung nicht nach § 3 Abs. 8 UStG in das Inland verlagert.